Durchfall bei Kitten- 10 mögliche Ursachen und was Sie tun sollten

Was tun, wenn die eigene Katze plötzlich Durchfall hat? Gleich zum Tierarzt oder erst einmal selbst behandeln?

Die Antwort dieser Frage ergibt sich wie immer aus der Gesamtsituation. Aber wie kommt es zum Durchfall?

Durchfall ist die Reaktion des Körpers auf eine Störung im Darm. Zunächst wird versucht, unverträgliche Nahrungsmittel oder Stoffe loszuwerden, indem der Nahrungsbrei schnell entsorgt wird. Aber auch Toxine (Gifte), vor allem von Bakterien, können Diarrhoe (Durchfall) verursachen. Alles in allem gilt, die Ursache so schnell wie möglich zu ergründen.

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Ursache 1: Futtermittelunverträglichkeit

Was für uns Menschen gesund ist, muss nicht für Katzen gelten. Und auch Stoffe im Katzenfutter können von heute auf morgen unverträglich werden. Haben Sie das Futter Ihrer Katze in der letzten Zeit umgestellt? Könnten da Stoffe drin sein, die eine Unverträglichkeit hervorgerufen haben? Oder andersherum- vielleicht hat Ihre Katze eine Unbekömmlichkeit gegen das aktuelle Futter entwickelt. Versuchen Sie, einige Tage mit Schonkost zu arbeiten. Dies bedeutet:

• Keine Gewürze und kein Salz
• Mageres, gekochtes Fleisch mit einer Handvoll Gemüse
• Ausschließlich Hüttenkäse als Milchprodukt, dieser ist gut bekömmlich und kann in einer Menge von einem Esslöffel täglich gefüttert werden
• Das Futter sollte Raumtemperatur haben, auf gar keinen Fall zu kalt oder zu heiß!
• Es sollte zudem in kleine Stückchen geschnitten werden, um der Katze die Verdauung zu erleichtern
• Lieber viele kleine Portionen, als drei große- fünf bis sechs kleine Mahlzeiten am Tag haben sich in solchen Fällen bewährt
Sobald der Durchfall verschwunden ist, können Sie Ihre Katze tageweise an ihr herkömmliches Futter gewöhnen. Ersetzen Sie pro Tag eine kleine Mahlzeit mit dem normalen Katzenfutter.

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Ursache 2: Futtermittelallergie

Was ist der Unterschied zu einer Unverträglichkeit? Bei einer Unverträglichkeit fehlt das Enzym, welches den Stoff verdaut. Dieser gelangt dann ohne ,,Verarbeitung“ in den Dickdarm, wo Bakterien ihn zersetzen. Dabei können Gase und Stoffwechselendprodukte entstehen, die zu Durchfall führen. Bei einer Allergie hingegen bildet der Körper Antikörper gegen den Stoff, es entstehen lokale Entzündungen.

Allergien können von Geburt an vorhanden sein, oder sich erst im Laufe der Zeit entwickeln (Sensibilisierung). Der Tierarzt kann einen Allergietest durchführen, allerdings sind diese oft sehr teuer. Versuchen Sie, hypoallergenes Futter zu verwenden. Dieses beinhaltet beispielsweise kein Huhn und nur Lamm, da auch Rindfleisch ein häufiger Allergieauslöser ist. Zudem wird auf Getreide und Stärke verzichtet. Verschwindet der Durchfall bei Verwendung des speziellen Futters, können Sie nach einigen Wochen noch einmal das normale Futter geben. Leidet das Tier dann erneut unter Diarrhoe, können Sie davon ausgehen, dass eine Futtermittelallergie vorliegt.

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Ursache 3: Kuhmilch

Entgegen der gängigen Meinung ist Milch ungesund für Katzen! Die darin enthaltene Laktose kann gerade von erwachsenen Katzen nicht gut verdaut werden. Und auch bei Kitten sollte lieber laktosefreie Katzenmilch verwendet werden.
Die einzige Ausnahme bildet Hüttenkäse. Beim Herstellungsprozess wird die Laktose komplett von Bakterien zersetzt. Als Leckerlie zur Mahlzeit kann ab und an ein Esslöffel hinzugegeben werden.

 

Ursache 4: Futtermittelqualität

Je billiger das Katzenfutter, desto mehr Zusatzstoffe werden verwendet. Diese sind an sich nicht giftig oder gar tödlich, doch definitiv nicht gesund für den Katzendarm. Sie müssen aufwendig zersetzt und verarbeitet werden und können zudem falsche Signale senden. Bei empfindlichen Katzen sollte man deshalb nicht auf den Geldbeutel drücken, sondern ein paar Euro mehr für qualitativ hochwertiges Futter ausgeben. Wer besonders gerne kocht, kann seine Katze auf die BARF- Ernährung umstellen. Informationen dazu finden Sie beispielsweise hier:

 

Ursache 5: Futtermittelumstellung

Dies muss nicht zwingendermaßen mit einer Allergie oder Unverträglichkeit einhergehen. Bei Menschen kommen solche zeitweisen Durchfälle beispielsweise vor, wenn sie lange kein Brot oder Nudeln essen, und diese dann zu sich nehmen. Die Darmflora stellt sich auf längere Sicht immer auf die aufgenommene Nahrung ein. Dies geschieht insofern, als dass bestimmte Bakterienstämme florieren, während andere unterdrückt werden.

Ein Beispiel: wenn Menschen sich eine Zeitlang laktosefrei ernähren, kann es vorkommen, dass die Population an Bakterien, die Laktose zersetzen, aufgrund der fehlenden ,,Fütterung“ zurückgeht. Wird dann Milch aufgenommen, wird der Zucker nicht richtig zersetzt- andere Bakterien machen sich darüber her, produzieren dabei aber Toxine und Gase. Dasselbe Prinzip ist auch auf die Katze anwendbar. Deshalb sollte bei einer Futterumstellung langsam vorgegangen werden. Tagesweise kann man 10% der Nahrung mit dem neuen Futter ersetzen. Nimmt die Katze dies problemlos an, führt man dies vor. Leidet sie jedoch unter Durchfall, kann man die Menge verringern. Durchfall, der durch eine Futtermittelumstellung hervorgerufen wird, hält nicht länger als ein paar Tage.

 

Ursache 6: Reaktion auf Medikamente

Jede Katze kann individuell auf Medikamente ansprechen. Bei manchen sind diese wirkungslos, bei anderen tritt eine verstärkte Wirkung auf, und wiederrum bei anderen kann eben Durchfall hervorgerufen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt! Für jeden Wirkstoff gibt es etliche Alternativen.

 

Ursache 7: Würmer bei Katzen

Wie lange ist die letzte Entwurmung her? Diese Frage sollten Sie sich ebenfalls stellen. Die Katze kann von einer Reihe von Würmern befallen werden, die Durchfall hervorrufen. Dazu zählen Spulwürmer, Hakenwürmer und Bandwürmer. Die Behandlung ist simpel und in den meisten Fällen erfolgreich. Mehr dazu können Sie in dem Artikel ,,Wurmkur bei der Katze“ nachlesen.

 

Ursache 8: Infektion

Neben Würmern sind Bakterien und Viren eine mögliche Ursache für infektionsbedingten Durchfall. Beliebt sind dabei E. coli und Clostridien. Diese können über unhygienisch zubereitete oder verdorbene Nahrung in den Körper gelangen und die eigene Darmflora stören. Zudem produzieren beide Bakterienarten Toxine, die die Darmwand schädigen. In solchen Fällen hilft eine Kotprobe, die vom Arzt unter dem Mikroskop betrachtet und als Kultur angelegt wird.

Im Labor kann im Anschluss ganz genau bestimmt werden, welcher Bakterienstamm vorliegt und welches Antibiotikum dagegen hilft.
Bei Virusinfektionen werden Vitaminpräparate verschrieben, die die eigene Immunabwehr stärken. Zudem sollte stets viel Flüssigkeit zur Verfügung gestellt werden, um den Wasserverlust auszugleichen. Da Katzen oft lieber an laufendem Wasser schlecken, eignen sich in solchen Fällen Trinkbrunnen besonders gut. Ein passendes Modell finden Sie unter Miaustore.com.

Ursache 9: Kokzidien

Kokzidien sind Parasiten, die über Nagetiere, rohe Leber und rohes Schweine- und Schaffleisch übertragen werden. Bei gesunden Tieren mittleren Alters ist die Infektion selbstlimitierend- dies bedeutet, dass der Organismus in der Lage ist, die Infektion selbst zu beenden. Bei jungen und alten Katzen ist das Immunsystem jedoch nicht gut in Schuss. Der Arzt sollte bei diesen Tieren ein Antiparasitikum verschreiben.

 

Ursache 10: Innere Erkrankungen

Als letztes werden auch die Verdauungsorgane wie Leber und Pankreas überprüft. Beide sind massiv an der Produktion von Enzymen und Verarbeitung von Stoffen beteiligt. Bei Verdacht auf Erkrankung wird ein großes Blutbild gemacht, bei dem auf die spezifischen Enzyme dieser beiden Organe geachtet wird. Sollte sich der Verdacht bestätigen, darf die Katze nur noch mit speziellem Futter gefüttert werden, welches bereits überwiegend zersetzt, und deshalb besonders schonend ist.

 

Was soll Ich als Katzenbesitzer bei Durchfall tun?
Stellen Sie der Katze zunächst genügend Wasser zur Verfügung. Die Fütterung sollte auf Schonkost umgestellt, Stress nach Möglichkeit vermieden werden. Wenn der Durchfall nach zwei Tagen nicht aufhört, muss der Tierarzt aufgesucht werden. Stellt die Katze die Nahrungsaufnahme gänzlich ein, muss sie nach spätestens 48 Stunden behandelt werden, da sonst schwere Stoffwechselstörungen auftreten können.

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